Der Trennungsschmerz kommt fast nach jeder beendeten Beziehung auf, ob die Trennung von einem selbst oder vom Ex-Partner ausging. Er ist völlig normal, schließlich geht mit der verflossenen Liebe eine mehr oder weniger bedeutsame Lebensphase zu Ende – manchmal auch gänzlich ungewollt. Vergleichbar ist Trennungsschmerz sogar mit echtem, körperlichen Schmerz, das wissen wir mittlerweile – der Forschung sei Dank. Doch wie körperlichen Schmerz gibt es Wege, auch Trennungsschmerz zu bewältigen und wieder das Licht im Dunkel des Beziehungs-Aus zu sehen.

Trennungsschmerz überwinden

Tipp #1: Die Phasen verstehen

Ähnlich, wie wenn ein geliebter Mensch stirbt, gibt es nach einer Trennung Phasen. Zuerst kommt die Fassungslosigkeit und vielleicht der Wunsch, alles wieder rückgängig zu machen. In dieser Phase kämpft man, selbst wenn man die Beziehung vielleicht schon selbst hinterfragt. Dann kommt die große Trauer. Dann die Wut auf den Partner, die Einsicht, dass der oder die Ex auch nicht perfekt war und dass es sogar etwas Gutes hat, dass er/sie jetzt nicht mehr da ist. Dann fängt man an, gar nicht mehr jeden Tag den schlimmen Trennungsschmerz zu spüren und sich wieder neu zu ordnen. Neue Hobbys finden sich, alte leben wieder auf, alte und neue Freundschaften werden wieder wichtiger.

Schließlich spürt man gar nichts mehr beim Gedanken an den Ex-Partner – der Trennungsschmerz ist überwunden. Jede dieser Phasen ist normal und gesund, wenn auch nicht angenehm – und jeder verhält sich anders. In jeder Phase sollten Getrennte einfach das tun, wonach ihnen wirklich ist und was spürbar gut tut.

Trennungsschmerz

Tipp #2: Aktiv gegen Einsamkeit

Das Alleinsein nach der Trennung lässt den Trennungsschmerz erst richtig hochkommen. Etwas Ruhe ist absolut notwendig, um sich Gedanken zu machen und auch mal die Tränen fließen zu lassen, zu viel lässt die Gedanken aber nur kreisen. Nicht umsonst sagt man, dass nach der Trennung die wahren Freunde erkennbar werden, denn frisch Getrennte müssen irgendwann wieder raus ins Leben. Gut versorgt ist, wer einen großen Freundeskreis hat, denn der kann helfen, gegen Alleinsein vorzusorgen. Es geht gar nicht darum, gleich schon einen neuen potenziellen Partner kennen zu lernen oder sich mit einer Bettgeschichte zu trösten, sondern unter Leute zu kommen – und damit auf andere Gedanken.

Tipp #3: Unvernünftigkeiten helfen gegen Trauer

Geld und neue Anschaffungen machen nicht glücklich… Na gut, ein kleines bisschen schon. Aber unvernünftig sind sie allemal. Dennoch tun es so viele frisch Getrennte: sie gönnen sich etwas, was sie schon lange wollten. Oder, was sie auf ihrer Shopping-Tour erst noch entdecken werden. Wie wäre es statt dem nächsten neuen Paar Pumps mit dem spontanen Urlaub in Ägypten für ein Wochenende mit der besten Freundin? Einer Woche Thailand mit dem besten Kumpel? Unvernünftig ist das auf jeden Fall – aber es könnte helfen.

Tipp #4: Erinnerungen loswerden

Trennungsschmerz ist am schlimmsten, wenn man weiß, es ist alles vorbei und wie man es dreht und wendet, er/sie wird nicht mehr zurückkommen und das will man womöglich auch selbst nicht mehr. Wären da nur nicht all die Erinnerungen, über die frisch Getrennte immer wieder stolpern. Die Fotos auf den Festplatten und Smartphones, die Bilder in der Wohnung, die Geschenke des Ex… radikal in den Müll muss das alles zwar nicht, wohl aber aus dem Blickfeld. Fürs erste kann man die Erinnerungen an die verflossene Liebe weit weg in eine Kiste packen und verstecken. Das tut zwar auch heftig weh, aber weg sind sie noch nicht. Das kann man immer noch nachholen, wenn wirklich alles überwunden ist. Ein „halbes Loswerden“ hilft aber auch schon, emotional einen Schlussstrich zu ziehen, da das etwas ist, was man selbst in der Hand hat und eigenmächtig tut.

Bildquellen: Titelbild: © Maren Beßler-Günter Havlena / pixelio.de | Foto im Artikel: © Jens Kornfeld  / pixelio.de

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