Wenn man sich die vielen Partnervermittlungen und Singlebörsen betrachtet, dann fällt gerade bei den Partnervermittlungen eines auf: Die hohen Kosten, wenn man nur eine kurze Mitgliedschaft von beispielsweise 3 Monaten eingehen möchte. Schließt man dagegen ein Abo über 24 Monate ab, wirkt der monatliche Beitrag auf den ersten Blick meist sehr attraktiv. So kostet beispielsweise ein 3-Monats-Abo bei ElitePartner 69,90 Euro im Monat, beim 24-Monats Abo verringern sich die monatlichen Kosten auf 24,90 Euro im Monat.

In diesem Artikel möchte ich dir vor Augen führen, warum ich das Business-Konzept von Partnervermittlungen aus Verbrauchersicht für unlogisch halte. Ich werde dir verdeutlichen, warum du zweimal überlegen solltest, bei welcher Online-Dating Plattform du dich anmeldest. Denn gerade die Abo-Modelle und monatlichen Kosten unterscheiden sich gravierend voneinander. Zu den teuren Partnervermittlungen stelle ich dir zudem am Ende des Artikels zahlreiche kostengünstige und sogar kostenfreie Alternativen vor.

Wenn Partnervermittlungen so toll sind und so große Vermittlungserfolge aufweisen, dann stelle ich mir folgende Frage:

Wenn der Vermittlungserfolg so hoch ist, wieso sollte man dann ein Abo für ein oder zwei Jahre bei einer Partnervermittlung eingehen?

Denn wer schließt schon ein Abo für 3 Monate ab, wenn hierfür monatliche Kosten von knapp 70 Euro anfallen? Entscheidet man sich aber für ein Abo über 24 Monate, hören sich 24,90 Euro im Monat vielleicht zunächst günstig an. Bedenkt man aber, dass insgesamt dann Kosten von knapp 600 Euro entstehen, dann ist das schon eine Menge. Und das dafür, dass man an einer Dating-Plattform teilnehmen darf. Sicherlich wird man dort Menschen kennenlernen, aber warum muss es denn so teuer sein? Und warum vor allem wird man quasi dazu genötigt, ein langfristiges Abo abzuschließen? Die Erfolgschancen sind doch angeblich so vielversprechend.

Die langen Abo-Verträge bei Partnervermittlungen

Müsste es dann nicht eigentlich besser Mitgliedschaften über einige Wochen geben? Wäre folgende Staffelung beispielsweise nicht viel kundenfreundlicher und auch logischer?

  • 2 Wochen
  • 4 Wochen
  • 8 Wochen
  • 12 Wochen

Nach 12 Wochen sollte man doch genügend Kontaktvorschläge erhalten haben, so dass man sich auch mit genügend potentiellen PartnerInnen getroffen hat, oder nicht? Und wenn man nach 6 oder 12 Monaten noch keinen Erfolg mit Online Dating hatte, wird man es dann wirklich weiter aktiv betreiben wollen? Ich denke doch nicht. Entweder hat es geklappt, oder man hat die Hoffnung an das Online Dating zunächst aufgegeben.

Wer meldet sich denn wirklich für 24 Monate auf einer solchen Plattform an? Was ist, wenn man nach zwei Wochen die passende Partnerin gefunden hat? Dann ist man dennoch weitere 23,5 Monate an die Mitgliedschaft gebunden. Das ist doch total idiotisch, oder nicht?

 

partnervermittlungenDas fragwürdige Business-Modell von Partnervermittlungen

Somit kann doch irgendetwas an dem Grundkonzept einer Online Partnervermittlung einfach nicht stimmen. Jedenfalls nicht aus Verbrauchersicht. Bei einem Casual Dating Anbieter ergibt es ja noch einen Sinn, eine längere Mitgliedschaft einzugehen. Denn auf einer Casual Dating Plattform hat man in der Regel nicht das Ziel eine Beziehung zu finden, sondern mehrere wechselnde Partner zu haben.

Doch bei Singlebörsen und gerade bei Partnervermittlungen sollte man doch davon ausgehen, dass wenn man sich anmeldet, man schon nach kurzer Zeit die ersten Dates hat und sich daraus vielleicht mehr ergibt. D.h. im Bestfall wäre man nur ein paar Tage oder maximal ein paar Wochen auf der Singlebörse oder der Partnervermittlung angemeldet. Doch wieso sollte man sich dann gleich für 6 Monate, 12 Monate oder gar 24 Monate fest an die Plattform binden?

Ich denke die Antwort ist relativ simpel: Es geht rein ums Geld. Durch teure TV-Werbung müssen natürlich auch entsprechende Einnahmen generiert werden. Und mit einem langfristigen Vertrag geht das natürlich recht gut. Damit kann das Unternehmen auch viel besser planen, als wenn die Mitgliedschaften nur für einige Wochen laufen würden.

Und natürlich verlängern sich die Abos auch automatisch, wenn man einmal vergessen sollte zu kündigen. Klar, sonst wäre das ja auch einfach zu kundenfreundlich. Und das Unternehmen würde sich durch die Kunden Geld entgehen lassen, die mal eine Kündigungsfrist verpassen.

Verstehe mich bitte nichts falsch: Ich habe nichts gegen das Online Dating an sich. Auch wenn ich weiß, dass es „offline“ meist einfacher geht und auch mehr Spaß macht. Aber es gibt auch zahlreiche kostenfreie Online Dating Anbieter, die keine teure TV-Werbung machen und dementsprechend hohe Gebühren verlangen müssen.

Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single…

Kennst du den Werbespot „Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single auf Parship“? Ich habe mich schon beim ersten Mal, als ich den Spot gesehen habe, gefragt: Und? Nur weil sich jemand verliebt, heißt das ja nicht, dass er damit auch auf Gegenliebe stößt. Deshalb habe ich mir anschließend die Statistik einmal genauer betrachtet: Sie bezieht sich auf das Jahr 2013, dort haben knapp 48.000 Menschen ihre Premium-Mitgliedschaft mit der Begründung gekündigt, dass sie sich auf Parship verliebt haben. Schön und gut, aber 48.000 Menschen im Vergleich zu ein paar Millionen angemeldeten Singles hören sich nicht gerade viel an. Außerdem kommen angeblich über 28.000 neuen Mitgliedern jeden Tag hinzu.

Eine tolle Hochrechnung zu dem Werbeslogan gibt es vom RWI Essen (siehe hier). Demnach schießt sich Parship eigentlich ein Eigentor: Denn wenn man es statistisch betrachtet, beträgt die Wahrscheinlichkeit auf Parship eine Partnerin oder einen Partner zu finden, auf Basis dieser Daten (knapp 48.000 Menschen, die sich jedes Jahr dort verlieben im Vergleich zu ca. 5 Millionen Mitgliedern) gerade einmal um die 2%. Dies ist meiner Meinung nicht gerade eine berauschende Statistik. Und mir dieser sollte man eigentlich nicht noch unbedingt Werbung machen, oder? Beachten sollte man natürlich, dass sich die Zahlen aus der Umfrage (also die 48.000 Menschen) nur auf Premium-Mitglieder beziehen. Laut Parship liegt die „Erfolgsquote“ bei den Premium-Mitgliedern bei insgesamt 38%. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass 62% leer ausgehen.

online_dating_partnervermittlungenPositive Ausnahmen und kostengünstige Alternativen

Ich habe mir einmal die Mühe gemacht und zahlreiche Singlebörsen und Partnervermittlungen herausgesucht, die auch schon bei kurzen Laufzeiten attraktive Preise anbieten. Hierzu zählen:

  • Neu.de – für 3 Monate fallen monatlich 19,90 Euro an, entschließt man sich für ein Abo über 6 Monate fallen nur 14,90 Euro an.
  • Bei DatingCafe belaufen sich die Kosten bei einem 3-Monats-Abo auf 24,90 Euro im Monat. Bei einem 6-Monats-Abo sinken die Kosten auf 18,90 Euro im Monat. Finde ich im Vergleich zu Neu.de aber noch etwas zu hoch angesetzt.
  • Bildkontakte.de verlangt für eine Premium-Mitgliedschaft bei 3 Monaten Mindest-Laufzeit 24,90 Euro im Monat. Bei 6 Monaten nur noch 14,90 Euro. Dazu kommt jedoch als großer Vorteil, dass sehr viele Funktionen auch bereits in der kostenfreien Basis-Funktion enthalten sind. Man benötigt die Premium-Mitgliedschaft also nicht unbedingt.
  • Bei Lovepoint ist der größte Vorteil, dass sich die Mitgliedschaft nicht automatisch verlängert, also keine Abo-Falle entstehen kann. Die Mitgliedschaft beläuft sich auf 149 Euro für 12 Monate, also umgerechnet etwa 12,42 Euro monatlich. Übrigens bietet Lovepoint auch das wissenschaftliche Matching einer Partnervermittlung an. Zusätzlich besteht es aber auch die Möglichkeit, dass man von Beginn an angibt, dass man keinen festen Partner sucht, sondern eine Affäre. Lovepoint agiert also sowohl als Partnervermittlung, als auch als Casual Dating Anbieter.

Wenn es gar keine Beziehung sein soll: Casual Dating Plattformen

Wer dagegen eine reine Affäre sucht, der kann sich (neben Lovepoint) bei einem der folgenden Casual Dating Anbieter anmelden, die sehr günstige Angebote haben:

  • Poppen.de – die Mitgliedschaft ist hierbei kostenlos. Es gibt zwar eine Premium-Version mit interessanten Extras, aber diese wird nicht unbedingt benötigt. Dazu wurde das komplette Design vor kurzem überarbeitet, was die Plattform nun wirklich sehr attraktiv macht.
  • Secret.de – hier gibt es kein Abo-Modell, man zahlt stattdessen mit Credits, wobei man sich zahlreiche kostenfreie Credits erarbeiten kann.
  • Flirtfair.de – hier erhält man 90 Tage für 49,90 Euro, man zahlt also knapp 16,63 Euro monatlich für 3 Monate.

Ich hoffe ich konnte dir mit diesem Artikel etwas die Augen öffnen und du überlegst dir genau, auf welchen Plattformen du dich denn wirklich anmeldest. Ob es sich dabei um Partnervermittlungen, Singlebörsen oder Casual Dating Anbieter handelt spielt im Endeffekt keine Rolle. Du wirst auf allen Arten von Plattformen unterschiedliche Menschen kennenlernen können. Falls du also wirklich Online Dating betreiben möchtest, gibt es ein paar günstige Alternativen, die dich nicht „abzocken“ möchten, sondern günstige und faire Tarife anbieten. Mein allerbester Tipp allerdings ist einfach vor die Tür zu gehen und Menschen kennenzulernen. Das kostet nichts und du gehst mit Sicherheit kein Abo ein 🙂

Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, freue ich mich, wenn du bei Facebook ein Like vergibst oder den Artikel mit anderen teilst!

HINTERLASSE EINE ANTWORT